Der Zöllner von Montenegro

Reisen in der Vorsaison macht großen Spaß. Auf dem Camping Stobrec in Split suchen wir uns den schönsten Platz mit Meerblick und Wiese aus. PerfekteTrainingsbedingungen für Bruno,der sich an deroffenen Schiebetür von Tante Timbuktu hoch zieht und seine ersten Gehversuche unternimmt. Hier finden ausserdem die Dinge nun  ihren festen Platz in unserem Reisegefährt und wir ein Konzept, beidem wir nach unseren Fahrten kaum etwas umräumen müssen.
Die erste Nacht zu dritt im Hochdach bei Meeresrauschen ist ein fürstlicher Moment. 

Nach Tirana ist es noch weit und wir machen uns am nächsten morgen zu Bruno’s Vormittagsschlaf wieder auf. Autobahn bis vor Dubrovnik und zunächst über die Grenze nach Bosnien-Herzegowina. Wir machen Mittag an einem Flusslauf mit Burgruine. Die hügelige Landschaft und die tief eingeschnittenen Flusstäler begeistern uns und uns ist klar, dass wir in diese Gegend ein ander mal mit mehr Zeit zurück kommen werden. Die Dörfer durch die wir jetzt fahren erinnern uns ans Elsass, anstelle von Kirchtürmen stehen schlicht Minarette im Ortskern, oder eben beides. Weiter geht es bergauf durch eine karge Mondlandschaft, dann eine Mischung aus Auenland und Modell-Eisenbahn, bis wir oben an einem windigen Pass an der Grenzstation nach Montenegro stehen. 

Der bosnische Grenzer ist freundlich. Zu unserem Reiseziel erklärt er uns, dass er noch nie in Albanien gewesen sei, wir aber auf unser Auto und unsere Sachen acht geben sollten. 
Der Zöllner am Übergang nach Montenegro hat vermutlich den schlechtesten Tag seines Lebens erwischt. Schnell steigt bei uns das Gefühl auf, dass wir entweder was verbrochen haben müssen, oder heute in diesem Land nicht willkommen sind. Dass wir versehentlich nur die Kopie unserer grünen Versicherungskarte dabei haben, wird zum Drama. Er fasst sich an den Kopf und deutet zu einer der Buden rechts der Station. Wir sollen eine temporäre Haftpflichtversicherung zu astronomischem Preis erstehen. Dass er uns nicht anschreit ist alles. Wir haben zum Glück nicht genug Bargeld dabei. Der Versicherungs-Heini ist ein netter Kerl und bespricht sich lange mit dem “befehlshabenden” Grenzpolizisten, der uns schließlich so ziehen lässt.

Die Stimmung ist erstmal mau und unsere erfolglose Suche nach einem netten Stellplatz an einem Stausee, mit Odyssee auf einer matschigen Schlaglochpiste macht es nicht besser. Wir Kehren Niksic, dem Bergpanorama und dann auch Montenegro den Rücken und fahren runter in die Ebene von Podgorica. Von dort aus umrunden wir den Skohdra-See, erreichen den dritten  Grenzübergang des Tages in Hani Hotit, und mit Svenja dieses Mal am Steuer, reisen wir nach Albanien ein. Nach der grünen Versicherungskarte fragt dieses Mal kein Mensch. Es folgt noch eine Polizeikontrolle, bei der wir freundlich begrüßt und zum Campingplatz geguidet werden. You win some, you lose some ☺️. Es wird schon dunkel, als wir auf die Wiese des Lake Skohdra Resort Camping einbiegen. Puhhhh. Ein langer Tag mit vielen Eindrücken geht zu Ende. Aber hey, wir sind jetzt in Albanien👍🤗