Über die wilden Straßen der Skipetaren

Jetzt wird es abenteuerlich. Wir sind so langsam einiges gewohnt und das Fahren nach albanischen Regeln stresst uns eigentlich nicht mehr😎. Wir sind nun auf dem Weg zum Ohridsee an der Grenze zuMazedonien. 

Die Etappe von Benja in Richtung Korça bis zu einer idyllischen Forellenzucht verlangt Tante Timbuktu alles ab: Stoßdämpfer, Radaufhängung, Vorderachse, Reifen... alles wird jetzt mal so richtig durchgeschüttelt. Knietiefe Schlaglöcher, ganze Salven von Bodenwellen, permanent drohender Steinschlag und ins Tal hinuntergerutschter Fahrbahnbelag. Alles was einer Straße unter Wind und Wetter eben so passieren kann. 
Umgeben von Enduro-Fahrern und Allradfahrern meistert sie alles mit Bravour🙏. Wir sind schon jetzt gespannt auf den nächsten Kundendienst 🙈. Für die 57 km benötigen wir am Ende vier Stunden. Am Etappenziel angekommen, genießen wir die Sommerfrische am Bachlauf und an den Forellenteichen und treffen dort, na was wohl? Richtig: Schwaben, also ein Paar aus Stuttgart, die mit Dachzelt und Geländewagen durch Albanien touren. Heimat verbindet und na logo verstehen wir uns gut mit THW-Rainer und Physio-Helga, die, so unwahrscheinlich es klingt, trotz ihrer Namen jünger sind als wir😜. 

Die Strecke hier her war wunderschön. Spektakuläre Bergpässe, schneebedeckte Gipfel zu allen Seiten, saftige Wiesen, tief eingeschnittene Täler. Blühende Landschaften, fast immer durch Landwirtschaft geprägt. Die touristischen Wegbegleiter, die uns begegnen, können wir an zwei Händen abzählen. 
Bruno ist auf dem Forellenhof begeistert von den Hühnern, Katzen, Gänsen und Truthähnen, die hier frei herum springen. Im ausgebauten Allrad-Wohnmobil des Schweizer Ehepaars neben uns, sieht Svenja unser Ruhestandsmobil. 

Tags darauf fahren wir weiter nach Korça, besichtigen die beeindruckende orthodoxe Kathedrale. Als lustiges Geschäftsmodell fällt uns auf dem Vorplatz der Kathedrale ein Verleih für Kinderfahrgeräte auf. Wir essen hier zu Mittag. Trotz nur kurzem Stop, spürt man schon in der Fußgängerzone, dass dies das “Paris Albaniens” sein soll. 
Wir fahren weiter. Mal wieder zu weit, bis fast an die griechische Grenze nach Bilisht, weil wir ein Schild übersehen, oder aber, es das Schild auch mal wieder nur in einer Fahrtrichtung gibt🙈. Wir sind genervt und fahren 20 km zurück, um dann über eine Bergkette den großen Prespasee für ein Stück zu umrunden. Fast schon mystisch die Stimmung hier. Wir reisen nach Mazedonien ein, und fahren nun auf einer ehemaligen Militärstraße, ähnlich dem Waldweg von Jettenburg nach Wannweil😂, in die Höhe des Galicica Nationalparks, um dann am Scheitelpunkt der Straße, den Blick auf den Prespasee nun mit dem Blick auf den Ohridsee, einem der ältesten Seen der Erde, zu tauschen. Unten am See angekommen, verlassen wir Mazedonien auch schon wieder und reisen erneut nach Albanien ein.
Irgendwie ist das Ein-und Ausreise-Prozedere an den Grenze mit dem Auto immer noch ungewohnt und strange, weil man es einfach nicht mehr aus dem Alltag kennt. Am schnellsten geht es, wenn Svenja am Steuer und den Grenzern gegenüber sitzt😂. 

Während wir endlich mal wieder Wäsche waschen können, spazieren wir vom Campingplatz nach Pogradec um einzukaufen. Trotz endloser Strandpromenade ist der Ort kein wirkliches Schmuckstück, aber vielleicht liegt das auch am wechselhaften Wetter gerade. Baulich auf jeden Fall ein sonderbarer Mix aus Hochhäusern und kleinen Äckern. Mit unserem zum Kinderwagen umfunktionierten Radanhänger werden wir angeschaut wie UFOs. 

Nach intensivem Kartenstudium werden wir Albanien erneut in Richtung Mazedonien verlassen, um unser nächstes Ziel Peshkopi im “hinteresten Winkel” von Albanien zu erreichen. Auf dem Weg dorthin lassen wir uns die historische Stadt Ohrid nicht entgehen!